Mundwinkel anheben mit Botox: Was Sie über die Behandlung des Depressor anguli oris wissen sollten
Viele wünschen sich ein freundlicheres, entspannteres Lächeln ohne Operation. Die gezielte Behandlung des Depressor anguli oris mit Botulinumtoxin (Botox) kann die Mundwinkel anheben und den Gesichtsausdruck harmonisieren. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie die Behandlung wirkt, für wen sie geeignet ist und welche Risiken und Alternativen es gibt.
Was ist der Musculus depressor anguli oris (DAO)?
Der Musculus depressor anguli oris (kurz: DAO) ist ein kleiner mimischer Muskel, der an den Mundwinkeln ansetzt und diese nach unten zieht. Bei manchen Menschen ist der Muskel von Natur aus stark ausgeprägt, bei anderen verstärkt sich seine Wirkung mit dem Alter oder durch Gewohnheiten wie ein permanentes ernsteres Lippenspiel. Das Ergebnis können abgesunkene Mundwinkel, Marionettenfalten und ein mürrischer Gesichtsausdruck sein.
Wie wirkt Botulinumtoxin bei dem DAO?
Botulinumtoxin (umgangssprachlich Botox) blockiert die Nervenübertragung an der neuromuskulären Endplatte und schwächt so die Aktivität eines Muskels ab. Bei einer Behandlung des DAO führt eine gezielte, schwächende Wirkung dazu, dass der Muskel die Mundwinkel nicht mehr so stark nach unten zieht. Dadurch erscheinen die Mundwinkel angehoben, das Gesicht wirkt entspannter und das Lächeln offener.
Was kann ich realistischerweise erwarten?
- Wirkbeginn: meist nach 3–14 Tagen.
- Maximaler Effekt: nach etwa 2–4 Wochen.
- Dauer: typischerweise 3–6 Monate, individuell unterschiedlich.
- Ergebnis: subtile Anhebung der Mundwinkel, Reduktion der Marionettenfältchen; starke Lifts sind konservativ einzuschätzen.
Für wen ist die Behandlung geeignet?
Geeignet sind Personen, die sich anhaltend abgesunkene Mundwinkel oder einen mürrischen Ausdruck stören, bei ansonsten guter Hautqualität und ohne ausgeprägten Hautüberschuss im unteren Gesichtsdrittel. Nicht geeignet sind Personen mit Kontraindikationen wie Schwangerschaft, Stillen, neuromuskulären Erkrankungen (z. B. Myasthenia gravis), aktiven Infektionen an der Injektionsstelle oder bekannten Allergien gegen Inhaltsstoffe des Präparats.
Risiken und mögliche Nebenwirkungen
Die Behandlung ist minimalinvasiv, dennoch sind Nebenwirkungen möglich. Häufige, meist vorübergehende Reaktionen sind:
- Leichte Schwellung oder Rötung an den Einstichstellen.
- Blaue Flecken (Hämatome).
- Vorübergehende Abschwächung angrenzender Muskulatur mit asymmetrischem Lächeln.
Seltener treten unerwünschte Wirkungen wie eine stärkere Asymmetrie, Probleme beim Schlucken oder Sprechen oder eine unerwünschte Veränderung der Mundform auf. Das Risiko lässt sich durch erfahrene Ärztinnen und Ärzte, konservatives Dosieren und gute Kenntnis der Gesichtsanatomie deutlich verringern.
Was passiert beim Termin (Kurzüberblick)?
Beim Beratungsgespräch wird die Gesichts- und Muskelanatomie beurteilt, die Erwartungen besprochen und über Risiken aufgeklärt. Die tatsächliche Injektion ist kurz und meist nahezu schmerzarm (Kühlung oder lokale Betäubung möglich). Im Anschluss erhalten Sie Hinweise zur Nachsorge und zum Verhalten in den ersten Tagen.
Nachsorge: Dos and Don’ts
- Direkt nach der Behandlung kein Sport und keine Sauna für 24–48 Stunden.
- Für 24 Stunden nicht stark reiben oder massieren im Behandlungsbereich.
- Bei Blutverdünnern (inkl. ASS, Marcumar oder NOAKs) vorab die Medikation mit der behandelnden Ärztin/dem Arzt besprechen, da das Hämatomrisiko steigt.
- Bei auffälligen Symptomen (starke Schmerzen, anhaltende Schluck‑ oder Sprechprobleme, starke Schwellung) unverzüglich Kontakt aufnehmen.
Alternativen und Kombinationen
Je nach Befund können Alternativen oder Ergänzungen sinnvoll sein:
- Filler (Hyaluronsäure) zur Volumenauffüllung im Marionettenbereich.
- Fadenlifting oder minimalinvasive Lifts für stärkere Anhebungen.
- Chirurgische Verfahren bei ausgeprägtem Hautüberschuss.
- Kombination von Botox an mehreren Gesichtsmuskeln für ein harmonischeres Ergebnis.
Kosten und Haltbarkeit
Die Kosten variieren regional und richten sich nach Aufwand, Produkt und Praxis. Für eine gezielte DAO-Behandlung rechnen viele Praxen mit einem mittleren zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Eurobetrag pro Sitzung. Da die Wirkung temporär ist, sind Auffrischungen in Intervallen von etwa 3–6 Monaten üblich.
Wie finde ich eine geeignete Praxis oder Ärztin/Arzt?
Suchen Sie nach erfahrenen Behandlerinnen und Behandlern (Fachärzte für Dermatologie, Plastische Chirurgie oder erfahrene ästhetische Behandler), lesen Sie Patientenbewertungen und fordern Sie Vorher‑Nachher-Fotos an. Achten Sie darauf, dass ein ausführliches Beratungsgespräch stattfindet und dass die Praxis transparente Angaben zu Preisen, Risiken und Produkten macht.
Weiterführende Informationen
Mehr Hintergrundinformationen zu Botulinumtoxin und der Indikation finden Sie zum Beispiel bei Fachgesellschaften und medizinischen Publikationen (Beispiele):
- Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGÄPC)
- Fachartikel zu Botulinumtoxin in der Behandlung mimischer Falten (Thieme)
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) – Informationen zu Arzneimitteln
Fazit
Die gezielte Behandlung des Depressor anguli oris mit Botulinumtoxin ist eine effektive, minimalinvasive Möglichkeit, die Mundwinkel sanft anzuheben und einen freundlicheren Gesichtsausdruck zu erzielen. Entscheidend sind eine realistische Erwartungshaltung, die Auswahl einer erfahrenen Behandlerin oder eines erfahrenen Behandlers sowie eine sorgfältige Aufklärung über Nutzen und Risiken. Bei Interesse vereinbaren Sie zunächst eine Beratung mit qualifiziertem Fachpersonal.
Kurze FAQ
- Tut die Behandlung weh? Meist nur kurze Stiche beim Einstich; Kühlung reduziert Beschwerden.
- Wann sehe ich das Ergebnis? In der Regel innerhalb von 3–14 Tagen, Vollwirkung nach einigen Wochen.
- Wie lange hält das Ergebnis? Meist 3–6 Monate, individuell unterschiedlich.
- Kann man das kombinieren? Ja — häufig sinnvoll in Kombination mit Fillern oder anderen ästhetischen Maßnahmen für ein harmonischeres Resultat.
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